Windows-Update: OAuth-Verbindungen in i-net-Produkten können ausfallen

Kurzfassung

Nach einem Windows-Update können OAuth-Verbindungen in i-net-Produkten fehlschlagen, wenn WMIC auf dem Windows-System nicht mehr verfügbar ist, auf dem das Produkt läuft. Welche Funktion betroffen ist, hängt vom jeweiligen Produkt und der konfigurierten OAuth-Anbindung ab.

Im i-net HelpDesk betrifft dies insbesondere Microsoft-365-/Office-365-Mailverbindungen über OAuth. Dort können der Empfang und der Versand von E-Mails ausfallen. Auch OAuth-Anbindungen in anderen i-net-Produkten können betroffen sein.

Das Problem kann außerdem auf Systemen erstmals sichtbar werden, auf denen WMIC bereits bei der ursprünglichen Installation nicht verfügbar war. In diesem Fall tritt es möglicherweise erst nach dem System-Core-Update auf.

Die Korrektur wird als Update des System Core über den Plugin Store im Release-Kanal für die unterstützten Produktversionen ab 22.10 bereitgestellt. Ein vollständiges Produktupdate ist nicht erforderlich.

Welche Windows-Versionen und Microsoft-Updates sind relevant?

  • Windows 11 24H2 und 25H2: Microsoft entfernt WMIC mit dem Vorschauupdate vom 27. August 2026 KB5120998 (Betriebssystembuilds 26100.9278 und 26200.9278). Auf Neuinstallationen dieser Windows-Versionen war WMIC bereits standardmäßig nicht vorhanden.
  • Windows 11 26H1: Microsoft bestätigt separat die Entfernung von WMIC. Das Vorschauupdate vom 27. August 2026 für 26H1 ist KB5120996 (Betriebssystembuild 28000.2804). In den Release Notes zu KB5120996 wird die WMIC-Entfernung jedoch nicht als eigene Änderung aufgeführt. Deshalb ist KB5120996 hier nur zur Identifikation des Windows-Update-Stands genannt, nicht als allein nachgewiesener Auslöser.

Was passiert technisch?

Der gemeinsam von mehreren i-net-Produkten verwendete System Core ermittelt eine System-ID aus Windows-Systemdaten. Diese System-ID wird unter anderem zur Ableitung des Schlüssels verwendet, mit dem gespeicherte OAuth-Client-Secrets geschützt werden.

Ältere System-Core-Versionen ermittelten diese Daten unter Windows mit WMIC. Wenn WMIC nicht verfügbar war, wurde ein Fallback verwendet. Der korrigierte System Core verwendet PowerShell/CIM als primären Weg und WMIC nur noch als Rückfallebene.

Wenn sich durch die Umstellung die ermittelte System-ID beziehungsweise der daraus abgeleitete Schlüssel ändert, kann ein bereits gespeichertes Client Secret nicht mehr verwendet werden. Der jeweilige OAuth-Anbieter meldet dann typischerweise ein ungültiges Client Secret oder einen allgemeinen Authentifizierungsfehler. Die registrierte OAuth-Anwendung ist dadurch nicht automatisch fehlerhaft; Änderungen an Client-ID, Mandant oder Berechtigungen sind normalerweise nicht erforderlich.

Warum kann das Client Secret nicht automatisch übernommen werden?

Beim Lesen mit einem nicht mehr passenden Schlüssel muss kein eindeutig erkennbarer Entschlüsselungsfehler entstehen. Das Ergebnis kann lediglich ein ungültiger Wert sein. Außerdem lässt sich anhand einer geänderten System-ID nicht zuverlässig feststellen, ob das Produkt noch auf demselben Rechner läuft oder tatsächlich auf ein anderes System übertragen wurde.

Eine automatische Übernahme könnte deshalb einen falschen Wert erneut speichern. Der System-Core-Fix korrigiert die künftige Ermittlung der System-ID. Ein bereits betroffenes Client Secret muss jedoch mit seinem tatsächlichen Wert erneut eingetragen werden.

Welche Produkte und Funktionen können betroffen sein?

Betroffen sein können i-net-Produkte, die ein im System Core geschütztes OAuth-Client-Secret verwenden. Das konkrete Fehlerbild hängt von der jeweiligen Integration ab.

Beim i-net HelpDesk sind insbesondere Microsoft-365-/Office-365-Mailverbindungen betroffen. Schlägt deren OAuth-Anmeldung fehl, können E-Mails weder abgerufen noch versendet werden.

Bei anderen Produkten kann die betroffene OAuth-Integration einen Anmelde- oder Verbindungsfehler melden. Prüfen Sie deshalb nach dem Update die jeweils über OAuth angebundene Funktion.

Dauerhafte Lösung

  1. Öffnen Sie im betroffenen i-net-Produkt den Plugin Store.
  2. Öffnen Sie den Reiter Installiert.
  3. Aktualisieren Sie den Eintrag System Core aus dem Release-Kanal. Ein Wechsel auf den Beta-Kanal ist nicht erforderlich.
  4. Starten Sie den Server neu, sobald der Plugin Store dazu auffordert.
  5. Testen Sie die betroffene OAuth-Funktion.
  6. Falls die Verbindung fehlschlägt, öffnen Sie deren OAuth-Konfiguration, tragen Sie das vollständige Client Secret erneut ein und speichern Sie die Konfiguration.

Das erneute Speichern des maskierten Werts xxxxxx reicht nicht aus. Der tatsächliche Wert des Client Secrets muss eingetragen werden.

Zusätzliche Prüfung im i-net HelpDesk

Testen Sie nach dem System-Core-Update sowohl den Empfang als auch den Versand über jede betroffene OAuth-Mailverbindung. Falls eine Verbindung fehlschlägt, tragen Sie das vollständige Client Secret in der zugehörigen Mailkonfiguration erneut ein und speichern Sie die Verbindung.

Zwischenlösung vor dem System-Core-Update

Wenn eine OAuth-Verbindung bereits nach einem Windows-Update ausfällt und das Client Secret vorliegt, kann es in der betroffenen OAuth-Konfiguration erneut eingetragen und gespeichert werden. Damit kann die Verbindung vorübergehend wieder funktionieren.

Nach dem System-Core-Update muss die Verbindung erneut getestet werden. Wurde das Client Secret bereits als Zwischenlösung eingetragen, tragen Sie es nach dem Update erneut ein und speichern Sie die Konfiguration.

Wenn das Client Secret nicht mehr vorliegt, erstellen Sie beim jeweiligen OAuth-Anbieter ein neues Secret. Bei Microsoft Entra wird der Wert eines neu erstellten Secrets nur einmal angezeigt. Speichern Sie ihn unmittelbar nach der Erstellung sicher.

Wenn die Verbindung weiterhin fehlschlägt

Prüfen Sie, ob der System Core tatsächlich aus dem Release-Kanal aktualisiert und der Server danach neu gestartet wurde. Tragen Sie anschließend das vollständige Client Secret erneut ein.

Falls der Plugin Store kein Update anbietet oder die Verbindung danach weiterhin fehlschlägt, wenden Sie sich mit dem betroffenen Produkt, der installierten Produktversion, der System-Core-Version, der Windows-Version und dem relevanten Fehler aus dem Serverprotokoll an den Support.